Angler und Taucher - oder wie kriege ich einen Scheich an den Haken

Angler

Da treffen sie an den Gestaden unserer Seen aufeinander: Die einen in schmuckes schwarzes Neopren gekleidet, Flossen an den Füssen und einen Blasenschmeisser vom Feinsten auf dem Rücken - die anderern mit High-Tec-Stöcken und und schnieker Outdoorbekleidung gerüstet. Das muss doch zwangsläufig zum Konflikt führen! Muss es das?

Ich meine: "Nein!" Gut, ich gestehe, ich habe auch eine rutenschwingende Vergangenheit, habe mit Wurm, Made und Blinker Hecht und Co nachgestellt und so manche Stunde, den Blutsaugern trotzend, am Fluss verbracht. Im Kreise der mir persönlich bekannten  Flossenträger gibt es auch einige, die von Zeit zu Zeit die Tauch- gegen die Angelausrüstung tauschen, also "Grenzgänger zwischen den Welten" sind.

Also muss es da doch was Verbindendes geben. Da ist zunächst mal das Wasser - oder besser gesagt - das Gewässer, wobei zugegebenermassen sich nicht jedes Angelgewässer zum Tauchen eignet und umgekehrt. Oder hat schon mal jemand etwas von einem "Höhlenangler" gehört? Dann sind da auch die Fische, wegen den sich Freund Rutenschwinger an den See begibt. Viele Vetreter dieser Spezies wurden von Angelvereinen als Besatzfische in die Seen verbracht. Mitunter nicht immer im Hinblick auf eine natürliche Artenvielfalt wurden in unserer Region meistens Barsche, Aale, Karpfen, Zander und Hechte eingesetzt. Nun erfreuen diese auch uns Taucher und wachsen zu stattlicher Grösse in Logbüchern und Erzählungen heran. Noch eine Gemeinsamkeit???

Aber wie kommt es dann zu den Konflikten? Wahrscheinlich liegt es an mangeldem Versändnis, an falschen Annahmen und an solchen Vertretern der jeweiligen Seite, die immer und überall auffallen und für die Rücksicht ein Fremdwort ist.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Taucher die Fische vertreiben. Die Schuppenträger - die ohne Haare! - sind mit weitaus besseren Sinnen ausgestattet wie wir und bemerken die Anwesenheit des Tauchers lange bevor dieser sie vor die Maske bekommt. Trotzdem haben sie eine erstaunlich geringe Fluchtdistanz, oft beträgt diese nur wenige Zentimeter. Auch nutzen einige Fische aktiv den Taucher als willkommene Gelegenheit, sich zu tarnen oder als Schutz. Mir sind bei Nachttauchgängen schon öfters große Barsche und Zander gefolgt um den Schein der UW-Lampe für ein zusätzliches Nachtmahl zu nutzen. Ferner stehen Tauchanfänger bei vielen Barschen hoch im Kurs. Im Gesensatz zu den nachfolgenden Tauchern schätzen sie das aufgewirbelte Sediment als willkommenes Fastfood und folgen den Tauchern im Schlepp. Ansonsten lassen sich Hecht, Barsch und Co durch Taucher nicht aus der Ruhe bringen. Also, liebe Angler, es liegt nicht an den Tauchern, sondern an Euren Ködern, wenn die Fische nicht beissen wollen. Es kann aber auch sein, dass sich an Euren auserkorenen Angelplatz gerade kein Fisch aufhält. Diese Frage könnte Euch ein Taucher beantworten.

Ein anderer verbreiteter Irrtum ist sicher der, Angler würden wahllos Fische aus dem See ziehen. Dem ist sicher nicht so! Auch Angler müssen eine Prüfung ablegen sowie Schutzzeiten und Mindestgrössen  beachten. Oft wird geziehlt durch Wahl des Angelgeräts und des Köderers auf eine bestimmte Fischart geangelt. Verantwortungsbewusste  Petrijünger kümmern sich um einen ausgewogenen fFschbesatz, Laichbereiche und Schutzzonen im See.

Mit etwas Rücksicht lässt sich der Krieg ums Wasser doch vermeiden. Wir Taucher solten uns doch an folgende Regeln halten:

Beachte die Tauchverbotszonen und -zeiten. Die haben schon ihren Sinn und dienen zum Schutz des Sees und seiner Bewohner. Benutze nur ausgewiesene und zum Ein- und Ausstieg vorgesehene Zugänge.  Schaue Dich vor dem Tauchgang nach Anglern um und plane den Tauchgang so, das der Angler nicht unnötig belästigt wird. Solltest Du trotzdem mal an einer Angel hängen bleiben, befreie Dich vorsichtig und vor allem ruhig davon. Eine kurze Entschuldigung nach dem Tauchgang und ein nettes Gespräch mit dem Angler sorgt für bessere Stimmung und erspart überflüssigen Arger.

Als Angler solltest du Deine Angel nicht in unmittelbarer Nähe der ausgewiesenenen Einstiegstellen auswerfen. Du musst damit rechnen, das plötzlich ein Taucher hier auftaucht oder ins Wasser hinein bzw. heraus will. Taucher sind meist an den Luftblasen, die an die Oberflaäche treten, zu erkennen. Werfe also bitte nicht die Angel unmittelbar vor oder in der Nähe der Luftblasen aus, denn dann könnte es sein, dass Du den Fang des Tages, ca. 78 kg schwer und 180 cm (ohne Flossen) gross, an Land ziehst. Dafür wirst du sicher nicht den Ehrenpreis bekommen. Zudem legt diesaer Fang sicher keinen gesteigerten Wert darauf, als Präparat über der Bar des Anglerheims zu landen. Auch mit der Einordnung und Bestimmung dieses kuriosen Fischs wird es sicher Probleme geben.

Kündigt Wettangeln oder grössere Aktionen langfristig an, eventuell durch einen Aushang an der Tauchbasis, beim Tauchverein oder am Einstieg. Taucher fahren oft viele Kilometer, schleppen Ihre oft nicht gerade leichte Ausrüstung zum Wasser und sind dann verständlicherweise masslos enttäuscht, wenn sie sich eimem Wald aus Angelruten gegenüber sehen.

Man könnte soviel voneinander profitieren. Nicht  vo ungefähr sind einige Angler gleichzeitig auch Taucher und umgekehrt. Taucher können viele Informationen zum aktuellen Fischbestand in einem Gewässer liefern und auf Veränderungen hinweisen. Sie können bei der Beseitigung von achtlos oder absichtlich hineingeworfenen Müll helfen. Zum Teil finden solche Aktionen schon regelmässig einmal im Jahr an ausgewiesenen Tauchgewässern statt. Örtliche Tauchvreine oder -gruppen sind  aber auch häufig dankbar dafür, wenn sie von den ansässigen Angelvereinen zu solchen Events in reinen Angelseen eingeladen werden, Das bietet den Tauchern nämlich die Gelegenheit, einmal einen "jungfräulichen" See kennenzulernen und zudem fördert es das Miteinander!

 

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