manfredManfred "der Scheich" Just

  • geboren 1956
  • wiedergeboren im September 2000 durch Erlangen des OWD
  • seitdem bestimmt der Tauchsport die Freizeit
  • seit 2004 PADI Member (961993)
  • seit 2007 Open Water Scuba Instructor, EFR-Instructor, Spec. Instructor
Natürlich bilde ich auch aus, vom Anfänger bis zum Divemaster und Spezialkurse.
Die Ausbildung erfolgt nach PADI-Standards.
 

Unsere deutschen Seen, verkannte Schönheiten

Taucherin mit Junghecht

"Hier tauchen? Bin ich denn verrückt? Ist doch viel zu kalt, zu karg und die Sicht ist auch nicht vergleichbar mit der im Meer! Fahr doch mal nach Ägypten und geh da tauchen...!" So etwas höre ich immer wieder, wenn ich von meinen Tauchgängen hier erzähle.

Sicher ist das Tauchen im Meer, vor allen Dingen in den wärmeren Gegenden, sehr schön. Zweifellos ist es ein umwerfendes Erlebnis, Rochen und Haie, Barracudas und die bunte Vielfalt der Riffbewohner zu sehen, aber manchmal erschlägt es einen auch. Ich war von der überwältigenden Anzahl der Eindrücke, die auf mich einstürmten, geradezu überfordert.

Ich wusste gar nicht mehr, wo ich zuerst hinschauen sollte und habe im Endeffekt gar nichts richtig intensiv wahrgenommen.

Hier in unseren Gewässern habe ich erst den Blick fürs Detail erlernt, die Freude an den Jungfischschwärmen, den Krebsen und dem kleinen Junghecht, der reglos plötzlich vor meiner Nase im Grüngürtel eines Sees auftaucht und auf einen unvorsichtigen Jungfisch wartet.

Wasserpflanze

Ich liebe die Veränderung, die so ein See im Laufe der Jahreszeiten aufweist. Im Frühjahr beginnt alles genau wie draussen über Wasser, nur zeitlich versetzt, mit dem ersten vorsichtigen Pflanzenbewuchs im See. Zarte Blätter und Triebe bilden sich auf dem Grund, bewachsen Steine, Holzstücke und den Boden in den Randzonen der Seen. Wunderschöne Fotos kann man von diesen zerbrechlich und zart wirkenden Wasserpflanzen machen. Nichts lenkt ab von ihnen und sie können ihre ganze  ästhetisch wirkende Schönheit entfalten. Die ersten sich bewegenden Bewohner des Sees, die man nun beobachten kann, sind die Krebse.

Ein paar Wochen später schon kann man den Pflanzen buchstäblch beim Wachsen zusehen, der Seeboden ist bedeckt und die Jungfische sind da, und mit ihnen die kleinen Räuber sowie diejenigen, die es über den Winter geschafft haben. Im April / Mai  die Zander bei Ihrer Bewachung des Laichs zu treffen, ist immer wieder ein Erlebnis und läutet für mich den Beginn der Tauchhochsaison in unseren Gewässern ein. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag, die Pflanzen bilden bis zum Spätherbst einen undurchdringlich wirkenden Urwald in verschiedenen Farbschattierungen je nach Art aus. Ich liebe es, mich durch sie hindurchzuschlängeln, wo es möglich ist oder sie zu übertauchen, immer wieder auf der Suche nach blendend getarnten Hechten. Was für eine Freude, wenn man dann plötzlich einen grossen, silbrigen Aal sich schlangengleich windend im "Gestrüpp" entdeckt.

Interessant zu beobachten sind auch die Barschgruppen vom Vorjahr, die aus den Tiefen des Sees überfallartig in de Jungfischschwärme  am Rand

Zander bei Laichwachthineinstossen, um dort Beute zu machen, übrigens ein Verhalten, wie es im Meer bei Raubfischen auch zu beobachten ist. Noch heute erinnere ich ich mit Genuss an meine erste Begegnung mit Süsswasserquallen. Diese kommen nur in wenigen Seen vor, werden nicht grösser als eine 1-Euromünze und man muss schon gut hinschauen, um sie zu bemerken. Aber was für ein Anblick, wenn sie sich vor der Maske bewegen, sie haben alles, was eine Qualle ausmacht, nur eben im Miniformat. Im Spätsommer, wenn das Wasser seinen wärmsten Temperaturstand ereicht hat, sieht man dann ganze Schwärme von ihnen über das Grün schweben, unglaublich zart und verletzlich wirkend. Der Spätsommer ist auch die Zeit der grossen Fische, der dicken Hechte und Barsche, die sich vor dem Winter noch einmal richtig Speck anfressen müssen. Selbst die kleinen Hechte vom Frühjahr haben schon eine beachtliche Grösse ereicht. Oft habe ich auch Hecht und Barsch als Jagdgemeinschaft gesehen, unmittelbar zusammen, ohne sich gegenseitig das Revier streitig zu machen.Abhang im See

Wenn das Wasser zum Winter hin kälter wird, ziehen sich die Fische in tiefere Bereiche zurück. Der See wirkt ruhiger, die zum Teil meterhohen Pflanzen werden langsam braun, um zum Februar / März hin, wenn das Wasser am kältetsten ist, zu verschwinden. Selten ist die Gelegenheit zum Eistauchen und bestimmt nicht jedermans Sache, aber gut ausgestatet mit kaltwassertauglicher Ausrüstung und warm eingepackt in einen Trockentauchanzug ein Erlebnis der besonderen Art. Doch Achtung, trotz aller Begeisterung sollte man hierbei die erforderlichen Sicherheitsregeln nicht ausser Acht lassen und sie lieber übertrieben genau befolgen, sonst könnte das zum finalen Erlebnis werden. Aber auch wenn keine Eisschicht da ist, die dem Ganzen den ultimativen Kick aufsetzt, ein Wintertauchgang lohnt sich allemal. Nun zeigt der See, so der alte Pflanzenbewuchs bereits weg ist, sein ungeschminktes Gesicht. Grundkonturen, Steine, Abbrüche und Altholz, das im Grün verborgen war, werden  sichtbar und  bieten bizarre Anblicke für den Taucher, der sich die Mühe macht,  im Winter zu einem Tauchgang aufzuraffen, auch wenn er in der warmen Wohnstube sitzen könnte. Versenkte Gegenstände, wie zum Beispiel Boote, werden wieder

Hecht

klar erkennbar und manchmal findet man auch einen kleinen Barsch in seinem Versteck unter einer leeren Muschelschale. Der Kreislauf ist nun geschlossen und alles beginnt wieder von vorne mit dem ersten Blättchen, das sich nach oben schiebt und dem ersten Krebs, der seine kleinen Scheren dem neugierigem Taucher entgegenreckt, Purzelbäume und Spiralen schlägt, wenn dieser ihm zu nahe auf die "Schale" rückt

Ich kann nur allen "Ägypten"-Tauchern sagen: "Ihr wisst gar nicht, was ihr verpasst! Hier ist genauso viel zu sehen, wie im Meer, Es ist zwar anders, aber nicht minder vielfältig. Ihr müsst es nur sehen wollen und euch darauf einlassen. Und ihr müsst genau schauen und die Veränderungen wahrnehmen. Jeder See hat seinen eigenen Charakter, keiner gleicht dem anderen, selbst wenn sie nur wenige Schritte auseinanderliegen." [S.M.]

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